Am 15. März unternahmen die Schüler*innen und Eltern der Armenischen Schule Berlin beim Verein AEAE e.V. gemeinsam mit dem Lehrpersonal einen historischen Rundgang zur Hardenbergstraße 4 und 17. Dort erläuterte der Historiker Dr. Hayk Martirosyan ihnen die Hintergründe der im Zuge der Folgen des Völkermords an Armeniern organisierten „Operation Nemesis“ sowie Details über den damit verbundenen bedeutenden armenischen Vergeltungskämpfer Soghomon Tehlirian.
Die interessierten Teilnehmer*innen besuchten zunächst den Hof des Hauses, in dem Tehlirian lebte und von wo aus er einen der Hauptverantwortlichen des Völkermords, Talaat Pascha, der gegenüber auf der anderen Straßenseite im zweiten Stock eines Gebäudes Zuflucht gefunden und sich verborgen hielt, kontinuierlich beobachtete und verfolgte – bis 1921 an diesem Tag zu dessen Tötung. In diesem Hof berichtete Dr. Hayk Martirosyan, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Lepsius-Hauses in Potsdam, den Versammelten über das Leben von Soghomon Tehlirian und fünf weiteren armenischen Vergeltungskämpfern sowie über ihre Rolle bei der Planung und Durchführung der „Operation Nemesis“. Anschließend begaben sich die Anwesenden zu dem Ort, an dem die Hinrichtung des Verbrechers vollzogen worden war.
Diese Bildungs-Exkursion war nicht nur für die Schützlinge der Schule lehrreich, sondern bot auch den Eltern sehr ausführliche und informative Einblicke. Eines wurde an diesem Gedenktag ganz deutlich: Kein Verbrechen und kein Verrat ist je ungestraft geblieben – und wird es auch in Zukunft nicht bleiben.